Sensitive Pädagogik

Zur Sensitiven Pädagogik gehören schlagwortartig folgende Thesen
(Fortsetzung von Andersartigkeit ist keine Abartigkeit, Einzigartigkeit führt zur Gleichwertigkeit HIER)

Auf die Schule übertragen bedeutet Gleichwertigkeit folgende Aspekte:

Mut der Lehrer/innen im Umgang mit sich selbst hilft ein genuines Gefühl zu aktivieren: das Ja zur Annahme der eigenen Menschlichkeit inklusive der eigenen Verwundetheit, der persönlichen Verwundbarkeit und der Fähigkeit zu irren, es beinhaltet auch das Ja zur Menschlichkeit der Schüler/innen in ihrer jeweiligen Einzigartigkeit als ganz andere, zur Annahme ihrer Verwundetheit, Verwundbarkeit und ihrer Fähigkeit zu irren.

Im Augenblick einer Unterrichtsstunde treten Menschen zueinander in Relation, die sich der Sache nach gemeinsam für das Erarbeiten eines Themas engagieren wollen. Jede/r der Anwesenden nimmt an dieser Situation teil mit ganz persönlichen Vorerfahrungen. Die Gleichwertigkeit der Teilnehmer/innen in dieser Situation bleibt erhalten, wenn sich alle, von der Basis der gemeinsamen Lernfähigkeit des Menschen ausgehend, an dem zu erarbeitenden Thema orientieren, jede/r für sich und alle gemeinsam sozusagen als Lehrlinge dem “leben” gegenüber. Erst das Reduzieren auf eine Funktion, die der Lehrer/innen bzw. die der Schüler/innen, reißt die Gleichwertigkeit auseinander und führt dadurch Gewalt ein, die sich formal gewöhnlich in der “Höher-be-wertung” der Lehrer/innen und in der “Minder-be-wertung” der Schüler/innen äußert.

Ausgehend vom Wunder des Menschen als ein Individuum, das ausgestattet ist mit individuellen Fähigkeiten und Gaben, die weiterentwickelt werden können, erfahren Schüler/innen und Lehrer/innen den Augenblick des Unterrichts als einen Raum, in dem sie sich als Menschen in ihrer Einzigartigkeit als richtig und würdig erleben dürfen. Die Annahme dieser Situation setzt das Denken frei - Öffnung und Lernfähigkeit werden so möglich.

Es gibt kein Patentrezept, das uns die Verantwortung für die Herausforderung im Umgang mit den Schüler/innen abnimmt und uns vorschreibt, was wir zu tun haben, um die Schüler/innen angemessen zu fördern. Einzige wirkliche Voraussetzung für unsere Arbeit ist unser unbedingtes Ja, die Schüler/innen in ihrer Einzig- und Andersartigkeit kennenlernen zu wollen.

Dadurch sind wir in der Lage, die individuellen Impulse von draußen so aufzunehmen, dass wir die Fähigkeiten anderer und gleichzeitig unsere Andersartigkeit im Sinne unseres Rechts auf die eigene Integrität wahrnehmen. Wir lösen uns dabei von unseren bisjetzigen Vorstellungen und erleben die Variationsfülle der individuellen Personen als eine Weise des Menschseins, die unserer Hingabe Wert ist. Die jeweiligen Situationen unserer Umgangserfahrungen erleben wir dabei in ihrer Öffnung gegenüber lebendiger Entwicklung. Die sensuelle Wahrnehmbarkeit dieser Öffnung lässt uns das Wagnis als angenehm empfinden und die Irritationen des Bisjetzigen als logische Folge unserer Biographie auf uns zu nehmen.

Weitere Bemerkungen HIERZU

Zum Leitbild